Quickborn unter Höchstspannung
  Tagung 5.5.11 Netzausbau u. Stromexport
 
Informationen von der Fachtagung "Erneuerbare Energien - Netzausbau und Stromexport" 
am 5.5.11 in der Holstenhalle/Neumünster
 
Sponsor:  EON Hanse
Vortragende aus Politik, Wirtschaft, Netzbetrieb- und Energiebranche vor rund 500 Landräten, Bürgermeistern, Politikern, Umweltschützern etc.
 
Ausgewähltes in Stichworten (ohne Kommentar):
 
Ausbau der Stromnetze oder auch "die größte Energiepolitische Herausforderung der letzten Jahrzehnte"
[ Hans-Jakob Tiessen, Vorstandschef von Eon-Hanse]
 
Wirtschaftsminister Jost de Jager wies mehrfach auf die große finanzielle Bedeutung des Exports von Ökostrom für Schleswig-Holstein hin. Doch dafür müsse man auch z.B.  500 Kilometer neue "Stromautobahnen" akzeptieren.
"Wir müssen die Chance ergreifen und dabei einsehen, dass die Peripherie im Norden keine Postkartenidylle bleiben kann." 
[Wirtschaftsminister Jost de Jager [1]]
 
Probleme mit der Akzeptanz könne es geben, wenn die Netzausbaupläne für die 380-kV-Trassen so weit ausgearbeitet sind, dass die tatsächlichen Strecken erkennbar sind - zu Beginn des Jahres 2012.  
[Matthias Boxberger, Vorstand Schleswig-Holstein Netz AG, [1]
 
„..es muss eine vorgeschaltete Bürgerbeteiligung sein..   Nicht mit dem Kopf gegen die Bürger.. Die Schlichtung von Hr. Geißler bei Stuttgart 21 hätte vor und nicht nach den Protesten stattfinden sollen..“
 „es wird Konflikte geben“
 „Gewisse Einzelinteressen von Leuten sind nicht zu befriedigen“
 [Wirtschaftsminister Jost de Jager]
 
„Die Leute sehen die Erdkabel idyllischer als sie sind…  Eine Schneise durch die Landschaft…
Ein Korridor von 100m darf dauerhaft nicht genutzt werden.. ..        “
[Wirtschaftsminister Jost de Jager]
 
 „..Freileitungen auf der 380-kV-Ebene stellen das Optimum dar, auch unter Kostengesichtspunkten. Aber wir sagen natürlich auch, dass es bestimmte Landschaften gibt, oder bestimmte Situationen, wo man auf Erdkabelsysteme ausweichen sollte. Ich würde aber nicht dafür plädieren, das flächendeckend zu machen, sondern nur dort, wo es unbedingt erforderlich ist, zum Beispiel in der Nähe von Wohngebieten.“
Sehen Sie große Bürgerproteste voraus?
Die haben wir schon. Es werden ja schon viele Trassen geplant. Aber durch die richtige Information und den Einsatz von Erdkabeln in sensiblen Gebieten können wir diese hoffentlich befrieden.
[aus dem Interview mit Stephan Kohler (Geschäftsführer Deutsche Netzagentur) [2]]
 
Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) die Frage stellen: Wie viel wird künftig durch Umlage und wie viel durch Subventionen (aus Töpfen für die EE) bezahlt?“
[Wirtschaftsminister Jost de Jager]
 
Ein interessanter Ansatz sei im Randgebiet von Hamburg der Einsatz von neuartigen Wintrack-Masten aus den Niederlanden, die in Deutschland noch nicht genehmigungsfähig sind. Hier bin ich der Meinung  „was in den Niederlanden geht, muss auch in der EU möglich sein“
[Wirtschaftsminister Jost de Jager]
 
 „.. 99% der Abschaltungen (der Windenergieanlagen) betreffen nicht 380-kV–Leitungen,
 die meisten sind in Schleswig-Holstein und betreffen die 110-kV-Leitungen (Verteilernetz)“
[Hermann Albers , Präsident des Bundesverbandes Windenergie]
 
Zum Thema „Verzögerung des Netzausbaus“:
- laut Windbauern:  die Netzbetreiber, die aufgrund einer ihnen zu niedrigen Netzrendite die Investitionen hinauszögerten [2]
- laut Firma Tennet und Eon-Netz GmbH: Bürgerproteste, nach dem Prinzip „Neue Stromleitungen ja, aber nicht in meinem Hinterhof' [2]
- Manfred Tenfelde, Geschäftsführer Stadtwerke Itzehoe:
 Sowohl in dem von Eon-Netz betriebenen Hochspannungsnetz (110 kV) als auch im  Höchstspannungsnetz der Firma Tennet sind wesentliche und notwendige Investitionen für den Transport der regenerativ erzeugten Energien zu den Verbrauchern im Süden im vergangenen
 Jahrzehnt nicht getätigt worden. Hier besteht ein erheblicher Investitionsstau. [2]
 
Tatsächlich kommt es lediglich bei acht von 24 Ausbauprojekten in Deutschland derzeit zu Verzögerungen. Nur bei dreien gelten Bürgerproteste als der Grund. [2]
 
Auf die Frage, ob der Ausbau der Netze nicht im wesentlichen dazu dient, den billigeren Atomstrom aus dem Ausland zu transportieren, abgesehen von der Integration von 39% aus EE:
„Deutschland ist ein Teil von Europa und kann sich nicht aus dem Stromhandel ausblenden
[Stephan Kohler, Geschäftsführer Deutsche Netzagentur]
 
Der notwendige Ausbau der Stromnetze kann auch im übertragenen Sinne zum Brückenschlag werden: Er bringt die Bürger, die Kommunen, die Energieversorger und Netzbetreiber ins Gespräch, wo lange Sprachlosigkeit herrschte. [2]
[Stephan Richter, Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag]
 
[1] www.shz.de , 6.5.11, Zeitenwende im Land der erneuerbaren Energien  (Bericht von der Fachtagung)
[2] Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 5.5.11, Sonderbeilage anlässlich der Fachtagung
 
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